 |
|
AGEF im Profil
|
AGEF im Überblick
Migration und Arbeitsmarkt
Alumni und Fachkräfte "Trained in Germany"
Das Alumniportal Deutschland
Migrationsmanagement
Qualifizierung für Beschäftigung
Existenzgründung und Unternehmenszusammenarbeit
Capacity Development
Konfliktmanagement und interkulturelle Kommunikation
Frieden entwickeln und sichern
Kunst, Kultur und Sport
Weitere Informationen
AGEF im Überblick
Gegründet wurde die gemeinnützige GmbH im Bereich der Migration
und Entwicklungszusammenarbeit im Dezember 1992.
Die Managementfunktionen und -aktivitäten werden umgesetzt von:
- Klaus Dünnhaupt - Geschäftsführer AGEF Berlin
- Dr. Karin Lutze - Stellvertretende Geschäftsführerin AGEF Berlin
- Dr. Hermann Schönmeier - Leiter des Büros AGEF Saar, Saarbrücken
- Pieter Paul Oosterbeek - AGEF Regionaldirektor Mittlerer Osten /
Zentralasien, Amman
- Bedri Xhafa - Geschäftsführer APPK Kosovo, Pristina
In Deutschland decken rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die
Bereiche Steuerung, Koordinierung sowie Aktivitäten in Europa mit
einem breiten Spektrum fachlicher Qualifikationen ab. An den Auslands-
standorten sind bis zu 500 vorrangig lokale Fachkräfte in die Umsetzung
der unterschiedlichen Projekte und Programme eingebunden.
Die Arbeit von AGEF wird von einem siebenköpfigen Beirat begleitet,
dessen Vorsitzender Klaus Pritzkuleit ist.
Unsere Kernkompetenzen liegen im Bereich der Entwicklung und Umsetzung von Projekten zur Förderung von Human Ressourcen und dabei insbesondere in der Verknüpfung von Arbeit, Bildung und Wirtschaft in Entwicklungsund Schwellenländern.
Zu unseren Auftraggebern in Deutschland und im Ausland zählen BMZ, AA,ZAV, BAMF, BMAS, UNDP, verschiedene EU-Budgetlinien, JICA, ILO, Ministerien aus Großbritannien, Dänemark und Schweden.
Das jährliche Umsatzvolumen für Projekte im In- und Ausland betrug in den letzten fünf Jahren zwischen acht und 15 Millionen Euro.
Migration und Arbeitsmarkt
Migration ist ein Phänomen, das wir am ehesten beherrschen, wenn wir uns davor schützen - solche eindimensionalen Äußerungen waren vor wenigen Jahren noch gängig. Heute scheint es, als ob Migration und ihre Auswirkungen zu den wichtigsten Entwicklungsfaktoren einer globalisierten Welt gehören.
So sind Remittances mehr als zweimal so hoch wie die offizielle Entwicklungshilfe, und Migranten könnten künftige demografische Defizite und Arbeitskräftemangel in Westeuropa verringern.
Letztlich wird hier über einen Prozess der Wanderung von Menschen gesprochen. Migranten haben bestimmte Erwartungen und wollen Veränderungen. Manchmal sind sie dann vom Veränderungsdruck der neuen Umgebung überfordert; manchmal versuchen sie eine fremde Umgebung ihren kulturspezifischen Bedürfnissen einfach anzupassen. Beides führt in der Regel zu Problemen. Häufig entwickeln Migranten neue Kompetenzen und wollen diese dann ausprobieren und anwenden. Das führt zu mehr oder weniger freudiger Akzeptanz und zu neuen Herausforderungen für das Verhältnis zwischen Migranten und Nicht-Migranten.
Migration beschreibt also ein Phänomen mit vielen Dimensionen - sozialen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, ethnischen und religiösen. Viele dieser Dimensionen werden erst jetzt in wissenschaftlichen und politischen Kontexten analysiert. Mehrdimensionale Lösungen sind nachgefragt, aber schwer zu identifizieren.
AGEF beteiligt sich mit den gesammelten Erfahrungshintergründen aus der entwicklungsorientierten Migrationsarbeit aktiv an der Diskussion und möchte besonders zur innovativen Bearbeitung von Themen beitragen wie:
- Nutzung von Migrationspotentialen für Entwicklung
- Zugang zu arbeitsmarktorientierten Qualifikationen
- Unternehmen als Partner für Beschäftigung und soziale Verantwortung
Alumni und Fachkräfte "Trained in Germany"
Jahr für Jahr schließen rund 17.000 ausländische Studierende ihre Ausbildung an deutschen Bildungseinrichtungen ab. Viele von ihnen wollen als hochqualifizierte Fachkräfte in ihre Herkunftsländer zurückkehren und dort das neu erworbene Know-how einsetzen. Auch Migranten, die in Deutschland bereits langjährige Arbeitserfahrungen gesammelt haben, wollen oft ihre Herkunftsländer unterstützen. Sie suchen nach neuen Herausforderungen, um Brücken zwischen den Kulturen zu bauen.
Seit mehr als 15 Jahre gehört es zum Tätigkeitsprofil von AGEF, die fachliche Expertise von ausländischen Absolventen deutscher Bildungseinrichtungen insbesondere in Ländern Asiens, des Nahen Ostens und Afrika wirksam zu platzieren. AGEF begleitet internationale Deutschland-Absolventen im Rahmen verschiedener Projekte in den Bereichen Karriereplanung – Jobsuche – weltweite Alumni-Vernetzung. Dafür arbeiten AGEF mit Projektpartnern in Deutschland und einem großen Netzwerk internationaler Alumnivereinigungen zusammen. Zu den wichtigsten Entwicklungen gehören in diesem Bereich Instrumente wie online-Jobbörsen, ein Expertenpool, eine angepasste Bewerberdatenbank und Trainingskomponenten.
Die Aktivitäten von AGEF umfassen:
Seminare und Trainings in Deutschland für die Zielgruppen:
Internationale Studenten, Absolventen, Promovierende
Fachkräfte mit Arbeitserfahrungen, die im Herkunftsland eine Tätigkeit suchen
Multiplikatoren, wie Beraterinnen und Berater in Akademischen Auslandsämtern, Career Services und anderen Einrichtungen, die Serviceangebote für ausländischen Fachkräfte haben
Potentelle Arbeitgeber, wie Unternehmen und Organisationen, die in mit Fachkräften "trained in Germany" zusammenarbeiten möchten
zu den Themen (hier eine Auswahl!)
Internationale Bewerbungsstrategien
Schritte zum selbständigen Unternehmen
Länderspezifische Seminare (Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Kontaktnetzwerke im Land)
Jobs im Rahmen von Entwicklungsprojekten
Projektmanagement für gemeinnützige Projekte
Messeveranstaltungen (Absolvent trifft Unternehmen)
Weitere Themenangebote auf Nachfrage. Aktuelle Termine für Veranstaltungen finden Sie unter www.getjobs.net im Kalender.
Nach Vorabsprache können auch weitere Veranstaltungen in Kooperation mit Institutionen und Vereinen durchgeführt werden.
In der Bewerber und Stellenbörse des International Career Service GETJOBS (www.getjobs.net) können internationale Alumni
ihr Profil einstellen, damit Arbeitgeber sie finden können
Stellenangebote finden
länderspezifische Informationen zur Arbeitsaufnahme und Kontakte zu Beratern und Alumniorganisationen in ihrem Land recherchieren
Deutsche, internationale und lokale Arbeitgeber können über uns passende Bewerberprofile vermittelt bekommen und können offene Stellen einstellen.
Vermittlungsangebote für Absolventen aus China
Chinesische Absolventen können Ihre Bewerbungsunterlagen übersenden und erhalten Unterstützung bei der Bewerbung sowie geeignete Stellenangebote in Zusammenarbeit mit der Delegation of German Industry & Commerce Beijing (AHK).
GET TOGETHER - Wir vermitteln erfolgreiche Studenten und Absolventen an Unternehmen in Deutschland zur Erweiterung ihrer Arbeitserfahrungen (auch Trainee- und Praktikumsstellen) und nehmen entsprechende Angebote von Unternehmen auf.
In verschiedenen Ländern Asiens, Afrikas und des arbischen Raumes (z.B. China, Mongolei, Vietnam, Georgien, Ägypoten, Jordanien, Syrien, Irak) arbeiten wir eng mit lokalen Beratungs- und Alumnistrukturen zusammen und organisieren gemeinsam mehrfach im Jahr interessante Nachkontaktangebote. Sie treffen hier auf Alumni- und Fachkraftorganisation, die die Kontaktpflege mit Deutschland erleichtern und die Probleme von Rückkehrern kennen. Sie kommen in Kontakt mit deutschen Organisationen und Projekten sowie interessanten Arbeitgebern.
Auch in weiteren Ländern Afrikas, Asiens, des Nahen Ostens und Südosteuropas haben wir langjährige Arbeits- und Kontaktpartner, die den beruflichen Reintegrationsprozess unterstützen können.
Fragen Sie uns, wenn Sie aus einem Land kommen, das hier nicht genannt ist.
Internationale Absolventen, die sich noch in Deutschland befinden und sich künftig in einem entwicklungspolitisch orientierten Feld im Heimatland beruflich entfalten möchten, können über das Programm Rückkehrende Fachkräfte (www.returning-experts.de) bzw. den Evangelischen Entwicklungsdienst (www.eed.de) Unterstützung erhalten.
Das Alumniportal Deutschland (APD)
Ein Kooperationsprojekt von AGEF, AvH, CIM, DAAD und Goethe-Institut unter Führung von InWEnt
Die in Deutschland ausgebildeten Menschen sind nach Abschluss ihrer Aus- oder Weiterbildung hochinteressante Partner für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und die deutsche Wirtschaft.
Leider verlieren sich die Spuren vieler Alumni schon bald nach dem Ende ihres Deutschland-Aufenthaltes. Schon der Wechsel der E-Mail-Adresse kann dazu führen, dass ein Alumnus (Ehemaliger) oder eine Alumna nicht mehr erreichbar sind. Aber auch wenn die Kontaktdaten sich nicht ändern:
Die Mehrheit der hochqualifizierten und Deutschland verbundenen Alumni hat nach ihrer Rückkehr in die Heimat allerdings keinen gezielten und regelmäßigen Kontakt zu den Aus- und Weiterbildungseinrichtungen und auch keinen Kontakt untereinander.
Alumniarbeit, also die Arbeit mit Absolventen einer Aus- und Weiterbildung, findet bislang nämlich fast ausschließlich innerhalb der einzelnen Förderorganisationen statt. Geschätzte 80% - d.h. ca. 14.000 Personen pro Jahr, haben jedoch ihren Studien- oder Arbeitsaufenthalt als Selbstzahler (Free Mover) realisiert. Sie werden nach Abschluss ihres Studiums bzw. ihrer Ausbildung oft nicht weiter angesprochen.
Das Resultat: Wertvolles Wissen liegt brach, Kontakte verkümmern oder entstehen erst gar nicht.
Daher haben sich die oben genannten Organisationen zu einer Projektkooperation 'Alumniportal Deutschland' APD zusammengeschlossen.
Welche Ziele hat das Alumniportal Deutschland?
Das APD ermöglicht den in Deutschland aus- und fortgebildeten Alumni Kontakte - untereinander und mit Deutschland. Damit werden die Potenziale der Alumni für Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur organisationsübergreifend erschlossen.
Durch eine gezielte Ansprache aller Ehemaligen, einschließlich der Free Mover, wird ein umfassendes Kontaktnetzwerk geschaffen.
Bisher nicht bzw. nicht mehr betreute Alumni werden identifiziert und für Kooperationen gewonnen.
Die Alumniarbeit der beteiligten Organisationen wird stärker abgestimmt. So entstehen Synergien im Bereich der Nachbetreuung, so wird eine Mehrfachförderung lokaler Projekte vermieden.
Durch gemeinsames Auftreten und gemeinsame Werbung wird eine geschlossene Wirkung der deutschen Institutionen und Deutschlands erzeugt.
Die Bindung der Alumni an Deutschland und an deutsche Institutionen wird gestärkt, die Nachhaltigkeit der deutschen Alumni-Arbeit wird erhöht.
Das Alumniportal Deutschland ist ein Internet-Portal mit integrierter Kontaktplattform. Es informiert, verstärkt die emotionale Bindung der Alumni an Deutschland und ermöglicht weltweite Kontakt- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Damit schließt es eine Lücke in der bisherigen Alumniarbeit und ergänzt die existierenden Angebote.
Die Plattform wurde im September 2008 in deutscher und englischer Sprache online geschaltet. Zu Ende 2009 waren bereits mehr als 12.500 Alumni registriert.
AGEF übernimmt hier die Verantwortung, eine internationale Job- und Auftragsbörse zu etablieren, die der deutschen Wirtschaft und Entwicklungsorganisationen den Zugang zu den Alumni und umgekehrt erleichtern wird.
Die Job- und Auftragsbörse bietet
Allen Nutzern eine Stellen- und Bewerberbörse für die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Projekten und Organisationen.
Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit, nach neuen Mitarbeitern zu recherchieren, Stellenanzeigen und Aufträge zu veröffentlichen, ihre Projekte zu präsentieren und Partner zu finden.
Deutschland-Alumni die Möglichkeit, nach aktuellen Stellenangeboten und Aufträgen zu recherchieren, ihr Bewerberprofil zu veröffentlichen und in direkten in Kontakt mit Arbeitgebern zu treten.
Aktuelle Informationen und Artikel zu Arbeitsmarkt, Personalentwicklung und Wirtschaftsnachrichten in den Zielländern und in Deutschland.
Migrationsmanagement
Ein modernes Migrationsmanagement ist eine der zentralen Herausforderungen dieses Jahrhunderts und der Globalisierung. Während weltweit intensiv über globalen Handel und Geldströme nachgedacht wird, stehen die Überlegungen zur Regelung von Arbeits- und Bildungsmigration erst am Anfang, und es wird immer noch an der "Festung Europa" gebaut.
Der breite Erfahrungshintergrund von AGEF z.B bei Integrationsprogrammen. in der süddeutschen Entwicklungspartnerschaft SEPA im Rahmen von EQUAL, bei Maßnahmen zur Vorbereitung von Kosovaren für eine Familienzusammenführung und die verschiedenen Reintegrationsprogamme haben uns geholfen, die Komplexität von Migrationsströmen zu erkennen und nach Lösungsansätzen für die anstehenden Probleme zu suchen. Deshalb haben wir die Diskussions- und Meinungsplattform www.
braingain-fuer-alle.net eingerichtet, die sowohl die politische als auch die gesellschaftliche Diskussion begleiten soll.
Im Rahmen von Rückkehr- und Reintegrationsprozessen wird seitens der EU-Kommission die Umsetzung von "integrated return plans" angeregt. Das bei AGEF entwickelte und mit einer Reihe von europäischen Partnern erprobte und umgesetzte Verfahren des Case-Chain-Management (www.ccm-return.net) ermöglicht die Verknüpfung von Beratungs- und Fördermaßnahmen im Gastland (HC) mit den Reintegrationsmaßnahmen im Rückkehrland (COR). Die beteiligten Berater und Durchführungsorganisationen können für jeden einzelnen Rückkehrer sehen, ob er erfolgreich in sein Heimatland reintegriert werden konnte und welche Finanzmittel und andere Leistungen dafür aufgewendet worden sind. Das fallbezogene Monitoring unterstützt eine qualifizierte Beratungstätigkeit und objektive Beurteilung von Reintegrationsvorgängen.
Für das CCM-Verfahren interessieren sich zunehmend öffentliche Verwaltungen in Deutschland und Europa als auch NGOs. Aktuell werden Beratungsfachkräfte aus acht Ländern im CCM-online-Training weitergebildet.
Qualifizierung für Beschäftigung
Die größten und komplexesten Programme, die wir durchführen oder zum Teil abgeschlossen haben, sind die Reintegrations- und Beschäftigungsförderprogramme auf dem Balkan, in Afghanistan und im Irak.
Vorläufer dieses Programmtyps waren das Reintegrationsprogramm für vietnamesische Vertragsarbeitnehmer (1992-2000), an dem wir mit Leistungen im Qualifizierungsbereich beteiligt waren sowie die Reintegrationsprogramme nach Bosnien (1996-2007), in denen die Arbeitsvermittlung im Vordergrund stand. Bei letzteren haben wir gelernt, dass die Eingliederung in den Arbeitsmarkt des Heimatlandes einer Reihe von Instrumenten bedarf und dass diese auch für die Beschäftigungsförderung von lokalen Arbeitslosen erfolgreich einsetzbar sind.
Mit Förderung des BMZ wurde Anfang 2000 das Programm "Jobs für Kosovo" entwickelt und implementiert, in dem bis 2007 ca. 3.300 Rückkehrer sowie weitere lokale Arbeitssuchende beraten, ausgebildet und in Arbeit vermittelt wurden oder eine Existenzgründung vorgenommen haben. Ein besonderer Aspekt dabei waren Maßnahmen für ethnische Minderheiten im Kosovo (z.B. Roma und Gorani), die vom Auswärtigen Amt gefördert wurden. Die Nachfolgestruktur dieses Programms ist die "Beschäftigungsförderagentur Kosovo - APPK", die heute als inzwischen selbständige Struktur Dienstleistungen im Bereich Ausbildung und Arbeitsmarkt anbietet.
Seit 2002 bzw. 2004 laufen die Programme REA in Afghanistan und REI im Irak. Angepasst an die Situation der jeweiligen Länder und ihrer Regionen werden Reintegrations- und Beschäftigungsmaßnahmen sowohl für Rückkehrer aus Europa (Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Schweden u.a.) als auch lokale Arbeitsuchende unterstützt. Besonders in Afghanistan wurde der Programmtyp auch erfolgreich bei der Demobilisierung von Ex-Kombattanten und bei regionalen Maßnahmen des afghanischen National Skills Development Programme (NSDP) eingesetzt, wie auch bei Projekten, die hier im Abschnitt "Frieden entwickeln und sichern" beschrieben sind.
Zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung der Instrumente Beratung, Vermittlung, Qualifizierung und Existenzgründung sind genaue Kenntnisse zum Bedarf des Arbeitsmarktes - qualitativ und quantitativ. Um die Kosten für solche Programme bzw. pro Förderfall nicht zu groß werden zu lassen, sollten Maßnahmen - besonders bei Ausbildung und Qualifizierung - die Dauer von sechs Monaten nicht überschreiten. Dieser Zeitrahmen reicht in Post-Konflikt-Situationen aus, um eine Beschäftigungsfähigkeit zu erreichen und später auf dem jeweiligen Ausbildungsmodul aufzubauen, wenn die Entwicklung der Berufsbilder weiter fortgeschritten ist.
Existenzgründung und Unternehmenszusammenarbeit
Es ist nicht überraschend, dass viele Menschen - gerade in Post-Konflikt-Situationen - in ihren Ländern die Gründung eines kleinen Unternehmens als probates Mittel zur Existenzsicherung sehen.
Der Wunsch nach Selbstständigkeit stand auch bei den Potenzialanalysen von AGEF unter Migranten in Deutschland immer wieder im Mittelpunkt. Von den mehr als 10.000 Interviewten aus Kosovo, Bosnien, Afghanistan und Irak haben sich jeweils rund 30% für ein eigenständiges Vorhaben und eine entsprechende Unterstützung ausgesprochen. Mehr als 10% aller Interessenten haben bei einem Neustart im Herkunftsland dann auch die Chance zur selbstständigen Gründung gesucht.
Aufgrund nicht oder nur schlecht funktionierender Bank- und Finanzsysteme war oder ist in einigen Ländern keine Möglichkeit gegeben, Kredite in Anspruch zu nehmen. Wenn zu eigenen Ersparnissen oder bereits angeschafften Ausrüstungen dann aber ein finanzieller Input zur Erstausstattung oder Erweiterung hinzukommt, werden Motivation und Engagement zur Gründung gestärkt.
Eine hohe Erfolgsquote der Neugründungen (von bis zu 80% nach zwei Jahren) wird durch AGEF mit einem komplexen, mehrstufigen Konzept für Start-ups erreicht. Beginnend mit den Auswahlkriterien für Geschäftsideen über praxisorientierte Trainings, die von ausgebildeten, lokalen Trainern durchgeführt werden, bis hin zur Prüfung der Marktrelevanz von Business-Plänen werden die Gründer beraten und auch nach der Gründung begleitet. Wenn eine Förderung erfolgversprechend erscheint und aus Entwicklungsbudgets gefördert werden kann, schließen sich weitere Monitoring- und Beratungsphasen an.
Zum Spektrum unserer Business Development Services zählt auch die Förderung von Kontakten zwischen deutschen und ausländischen Unternehmen. Die Entwicklung von Handelsbeziehungen und des Technologietransfers sind nicht zuletzt Mittel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Capacity Development
Die Lösung von Capacity Building Aufgaben war besonders bei den großen Beschäftigungsförderungs- und Reinte-grationsprojekten zuerst Selbstzweck, d.h. das Training unserer lokalen Mitarbeiter und die Stärkung ihrer Kompetenzen standen im Mittelpunkt.
Diese Weiterbildungs- und Strukturentwicklungen wurden dann auch bei der Projektarbeit nachgefragt. Die Herausforderungen reichen vom Aufbau von Employment Service Centern (ESC) in Afghanistan, über ein Roma-Begegnungszentrum in Prizren (Kosovo), die Ausbildung von Polizeikräften ebenfalls in Afghanistan bis hin zur Weiterbildung von Mitarbeitern für Ministerien der kurdischen Region Iraks (IKR) in Erbil und zur Qualifizierung von Inhouse-Trainern für irakische Unternehmen.
Im technischen Training und dem Ausbilden zum kompetenten Verwaltungshandeln für Polizeikräfte sehen wir einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Sicherheit in Post-Konflikt-Ländern, in denen wir uns einbringen können.
Ausgangspunkt für alle Capacity Development Maßnahmen ist eine genaue Bedarfsanalyse und der Einsatz von gut ausgebildetem lokalen Personal. Die Maßnahmen sollten sich immer an der aktuellen Problemlage orientieren und die daraus erwachsenden Herausforderungen im Blick haben.
Konfliktmanagement und interkulturelle Kommunikation
Dauerhaftes Konfliktpotenzial erwächst aus einer Marginalisierung von Menschen, die meist aus ethnischen, religiösen oder politischen Gründen nicht gleichberechtigt am sozialen und wirtschaftlichen Leben eines Landes teilhaben können.
In den Ländern Ex-Jugoslawiens haben wir uns mit diesem Thema in den verschiedensten Facetten auseinandergesetzt. Die in Kosovo durchgeführten "Runden Tische zur wirtschaftlichen Integration von Minoritätenanghörigen" sind ein typisches Beispiel für einen Ansatz, der durch das Zusammenbringen der Vertreter öffentlicher Institutionen, wie Arbeitsämter, von NGOs, Vertretern der Minoritäten sowie von Wirtschaftsverbänden und Bildungseinrichtungen nicht nur einen Dialog fördert, sondern auch Startzeichen für weitere Integrationsmaßnahmen geworden ist.
Auch in Deutschland ist das Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturkreise nicht immer konfliktfrei. Mit dem Ziel, Integration professioneller umzusetzen, trainieren wir Mitarbeiter aus öffentlichen Verwaltungen, aus Unternehmen und Beratungsstellen, um ihre Kompetenzen und Handlungsfähigkeiten im interkulturellen Kontext zu stärken.
Frieden entwickeln und sichern
Ausgangspunkt für Projekte dieser Art ist die Erfahrung, dass viele Aggressionen und Unsicherheiten entstehen, wenn es keine Arbeit gibt und die Menschen nicht wissen, wovon sie ihr Leben bestreiten sollen.
Über diesen Zusammenhang gibt es bisher wenig valide Untersuchungen, wohl aber viele Erfahrungsberichte. Viele Ex-Kombattanten, z.B. in Afghanistan haben Schulden und können diese nur durch Einsätze als "Kämpfer" oder durch den Anbau von Drogen zurückzahlen.
Alternative Einkommensquellen für Ex-Kombattanten oder auch "Drogenbauern" sind nach unserer Erfahrung die Grundlage für Veränderungen. Junge Leute ohne Entwicklungsperspektive sind potentielle Sympathisanten für terroristische Aktivitäten. Auch für diese Personengruppe sind Qualifizierungs- und Beschäftigungsfördermaßnahmen eine Chance.
Wir haben in den vergangenen Jahren besonders in Afghanistan Projekte und Programme umgesetzt, in denen Friedenssicherung durch Beschäftigung praktisch angewendet wurde. Im Rahmen des Projektes Demobilisation, Disarmament and Reintegration (DDR) wurden 7.000 Soldaten in den Arbeitsmarkt integriert und etwa 4.000 Existenzgründungen realisiert.
Weitere Projekte, in Bereichen wie Terrorismusprävention und Verhinderung von Drogenanbau, werden im Norden Afghanistans durchgeführt (mit etwa 700 Teilnehmern in 2008). Obwohl die Arbeit nicht ganz ungefährlich ist, sind die meisten unserer lokalen Mitarbeiter stolz darauf, solche Projekte umzusetzen. Sie sind der festen Überzeugung, dass Maßnahmen, die direkt den Afghanen zugute kommen, in dieser Zeit besonders wichtig sind.
Kunst, Kultur und Sport
Promotion für Bildhauer aus Simbabwe in Kooperation mit der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft (DSG) e.V.
"War Wind Warrior",
Richard Chirambadare
Gemeinsame Workshops von deutschen Künstlern
(z.B. mit E. Herrmann und U. Mücklausch) und einheimischen Künstlern
sind in Vorbereitung
Metallplastik "Nubierin"
von E.Herrmann
Aus zerstörten Handfeuerwaffen wird Kunst: Waffenplastiken entstanden im Ergebnis des Projekts "Tausche Maschinenpistole gegen Nähmaschine", Mosambik
"Figurine" von
Inacio Matsinhe
Weitere Informationen und aktuelle Materialien
zur Arbeit von AGEF finden Sie:
...auf den Websites
- www.agef.net
- www.getjobs.net
- www.braingain-fuer-alle.net
...in den Newsletter, die mehrmals jährlich erscheinen
- Fachkräftepotenzial "Trained in Germany"
- Afghanistan Kompakt
- Iraq / IKR Compact
...im Tagungsband der gemeinsamen Fachtagung mit der Evangelischen Akademie Loccum
- "Brain Gain für alle - Migration als Entwicklung:
Praktische und politische Handlungserfordernisse"
...auf DVD, die u.a. zu folgenden Themen vorliegen
- Services of APPK Prishtina
- Eröffnung der Polizeischneiderei Kabul
- Betreuungsablauf der Return to Employment-Programme
- Eröffnung der German Automotive Academy Kabul
- Maßnahmen zur Terrorismusprävention Afghanistan
- Drug Awareness Project Afghanistan
- Rekonstruktion der Shashsad Koti Moschee
|
|
|
|
 |
|